Sonst noch ...

"Kreisau lebt"
23.10.2017 - ... sagt Freya von Moltke in einer Filmszene, die Frau Dr. Annemarie Franke, Kulturreferentin am Schlesischen Museum in Görlitz, während eines Vortrags zum Thema "Freya von Moltke und der Aufbau des Neuen Kreisau" am Donnerstag, den 05.10.2017, im Domforum auf Einladung des KA hielt.
Freya von Moltke Gedenktafel
29.03.2017 - Wie hält man Erinnerungen wach? Es ist unabdingbar, an Menschen zu erinnern, die sich für Verständigung und Frieden eingesetzt haben.

Eine Idee wird Wirklichkeit

Schon seit Jahren setzt sich der KA dafür ein, das Andenken an die Kölnerin Freya von Moltke, geb. Deichmann, lebendig zu halten. Nun ist die lange gehegte Idee eines Freundes- und Förderkeises Wirklichkeit geworden, nachdem sich im Oktober 2014 Vertreterinnen und Vertreter der Kölner Stadtgesellschaft auf den Weg nach Kreisau (Niederschlesien/Polen) gemacht hatten, um sich dort auf die Spuren der Freya von Moltke zu begeben.

 

Auf der vom Diözesanrat und KA organisierten Reise wurde die Idee eines Freundes- und Förderkreises geboren. Aufgabe des Kreises soll es sein, nicht nur das Andenken an Freya von Moltke zu wahren, sondern auch das Gut der Familie Moltke in Niederschlesien als Begegnungsstätte weiter zu fördern. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollen durch die Angebote dieser Einrichtung angesprochen werden. Freya von Moltke steht gemeinsam mit ihrem Mann und anderen Frauen und Männern für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Link zu Artikeln der Kölnischen Rundschau und des KSTA .

29. März 2017 - Freya von Moltke Gedenktafel

Artur Deichmann, Helmut Caspar von Moltke, Dieter Deichmann und Philipp Deichmann (v.l.) bei der Enthüllung einer Gedenktafel für Freya von Moltke auf der Grabstätte Deichmann.
Photo: Walter Ludwigs

Wie hält man Erinnerungen wach?  Es ist unabdingbar, an Menschen zu erinnern, die sich für Verständigung und Frieden eingesetzt haben. Da unmittelbare Schilderungen von Zeitzeugen immer seltener werden, ist es umso wichtiger, vor allem jüngere Menschen mit diesen Erinnerungen auch auf anderem Wege zu versorgen. Dies geschah bei der Enthüllung einer Gedenktafel für Freya von Moltke auf dem Melaten-Friedhof am Grab der elterlichen Familie Deichmann. Unter den etwa 200 Besuchern waren ungefähr die Hälfte der Besucher Schülerinnen und Schüler der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Köln-Lindenthal. Neben dem polnischen Generalkonsul in Köln Jan Sobczak sprachen Hannelore Bartscherer, die Vorsitzende des KA, Helmuth Caspar von Moltke, der Sohn von Freya von Moltke, der sehr persönlich formuliert an die Kölner Wurzeln seiner Mutter erinnerte, Bürgermeister Bartsch und Helmuth Heinen vom Rotaryklub. Nach einem abschließenden Gebet, gesprochen von Superintendent Rolf Domning, gab es noch Gelegenheit zum Gespräch in der Liebfrauenschule auch mit den Schülerinnen und Schülern, die in der nächsten Zeit die Begegnungsstätte in Kreisau besuchen werden.

29. März 2016 - 105. Geburtstag von Freya von Moltke

Wir nehmen den 105. Geburtstag zum Anlass, um das Andenken an das Wirken einer großen Tochter unserer Stadt aufrecht zu erhalten. Freya von Moltke hat sich Zeit ihres Lebens gesellschaftspolitisch engagiert. Ihre Wirkungsstätte war und blieb Kreisau.

 

Nachfolgende Statements setzen sich mit ihrem Wirken auseinander.

 

Statement Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Der Lebensweg Freya von Moltkes ist von Aufrichtigkeit, Offenheit und Mut geprägt. Anlässlich ihres 100. Geburtstages wurde die gebürtige Kölnerin in ihrer früheren Heimatstadt wiederentdeckt. Seitdem schaut ihr in Bronze gegossenes Antlitz von ihrem Geburtshaus aus auf Bahnhof und Dom – und erinnert uns daran, nie das Gebot der Menschlichkeit aus den Augen zu verlieren.

 

Statement Rolf Domning, Stadtsuperintendent

Der Geburtstag von Freya v. Moltke ist für uns Anlass, an ihr großes Engagement für den europäischen Gedanken zu erinnern. Dass ausgerechnet die aktuelle Flüchtlingspolitik in Europa dazu führt, wieder in ein überkommenes nationalstaatliche Denken zurückzufallen, hätte ihr mit Sicherheit missfallen und ihren Protest gefunden. Das ist und bleibt der zentrale protestantische Impuls für die künftige Gestaltung unserer Welt. Weg vom knechtischen Joch nationalstaatlichen Denkens hin zu einer freiheitlichen und demokratischen Bewegung, die sich nicht durch Abgrenzung und Abschottung definiert. Ganz im Sinne Freya von Moltkes treten wir deshalb für ein Europa der Verständigung, der Offenheit und Mitmenschlichkeit ein. Ein Europa, das seine gemeinsame Verantwortung für Flüchtlinge wahrnimmt, bleibt eine Verpflichtung für alle europäischen Staaten.

 

Statement Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses

Die Erinnerung an Freya von Moltke, geb. Deichmann, wachzuhalten ist so wichtig, weil sie als protestantische Kölnerin uns immer noch und immer wieder Beispiel und Ansporn sein kann. Solange sie lebte, ist sie ihren Wertmaßstäben und Überzeugungen treu geblieben, auch in Zeiten von Unterdrückung und Verfolgung. Frieden und gleichberechtigte Teilhabe in einem Europa - in dem mit- und nicht gegeneinander an der Lösung anstehender Probleme gearbeitet wird – dafür hat sie sich bis zur ihrem Tode immer wieder eingesetzt. Damals wie heute, brauchen wir Frauen und Männer, wie Freya von Moltke, die Vorbild und Richtschnur sind.

 

Statement Christa Schulte, Lehrerin und Mitstreiterin des Förderkreises Freya von Moltke

Aus meiner Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiß ich, dass die Begegnung mit anderen aus anderen Lebenswelten und Kulturen das Verständnis für das Miteinander initiiert und fördert. Dabei darf auch die Geschichte nicht vergessen werden, aus deren Erfahrungen wir lernen und auch lernen müssen. Insbesondere jungen Menschen die Geschichte und das Schicksal der Familie Moltke näher zu bringen ist ein gutes Beispiel und ein möglicher Weg für die Völkerverständigung. Die Begegnungsstätte Kreisau leistet hierbei einen wertvollen Beitrag und fördert den internationalen Dialog im Sinne der Werteentwicklung Europas und des notwendigen europäischen Zusammenhalts.

Freya von Moltke

Einweihung der Glasstele von Freya von Moltke anlässlich ihres
101. Geburtstages am 29.03.2012

Der Katholikenausschuss Köln hat sich dafür eingesetzt, dass zum Gedenken an Freya von Moltke, geb. Deichmann - eine Kölner Bürgerin, die sich im sog. Kreisauer Kreis gegen die nationalsozialistische Willkürherrschaft engagierte - eine Glasstele am Deichmannhaus, gegenüber dem Kölner Hauptbahnhof, errichtet wird.

Bei der Einweihungsfeier, zu der der Katholikenausschuss eingeladen hatte, sprachen Oberbürgermeister Jürgen Roters und Helmuth C. Moltke, Sohn von Freya von Moltke.

Bundespräsident Christian Wulff mit Hannelore Bartscherer

Ökumenischer Gottesdienst zum 100. Geburtstag von Freya von Moltke

(31. März 2011) Anlässlich des 100. Geburtstages von Freya von Moltke, die am 29. März 100 Jahre alt geworden wäre, fand ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließender Gedenkfeier in der Trinitatiskirche statt. In Anwesenheit des Bundespräsidenten Christian Wulff hielt Margot Käßmann, die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Predigt. Käßmann, die auch Mitglied im Kuratorium der Moltke Stiftung ist, betonte den Einsatz des Ehepaares Moltkes für Gerechtigkeit und Demokratie und forderte dazu auf, die Freiheit von Meinung, Gewissen und Religion zu schützen. Auch heute noch drücke sich christlicher Einsatz durch den Einsatz für den Nächsten und die Übernahme von Verantwortung aus.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der Bundespräsident durch die Veranstaltenden Hannelore Bartscherer (Katholikenausschuss), Norbert Michels (Diözesanrat) und Rolf Domning (ev. Stadtkirchenverband) zur Industrie und Handelskammer begleitet, wo eine Gedenkfeier zu Ehren der Widerstandskämpferin stattfand.

Veranstaltungen zum 100. Geburtstag von Freya v. Moltke
Presse
Presse Kirchenzeitung