Termine

Engagiert für Flüchtlinge in Köln
08.06.2018 - Zollstock Gespräche Ausstellung "Warum fliehen Menschen?" 08.06.-01.07.2018
Gedenkgang Peter und Paul
07.07.2018 - Erinnerungsspuren von Krieg und Frieden in Köln-Mülheim - Ein ökumenischer Gedenkgang
Engagiert für Flüchtlinge in Köln
12.07.2018 - Geflüchtete mit Behinderung

Sonst noch ...

Podiumsgespräch zur Kremierung
29.12.2017 - KA und Evangelischer Kirchenverband Köln und Region hatten eingeladen zum Thema ?Umgang mit der Asche verstorbener Menschen?.
Gemeinsam gegen Antisemitismus
19.11.2017 - Gesammelte Aufmerksamkeit und betroffene Stille im abendlichen Einkaufstrubel -

KLuST - Kölner Lesben- und Schwulentag

Warum gibt es einen Arbeitskreis KLuST im Katholikenausschuss, und um welche Inhalte geht es?


Am Anfang war in diesem Fall zwar nicht das Wort – aber es waren Worte.
Nach dem Christopher Street Day 2005 erhielt der Vorstand des Katholikenausschusses ein Schreiben, dass dazu aufforderte, dem „unhaltbaren Treiben“ um den Christopher Street Day ein öffentliches Veto entgegenzusetzen und den Rat der Stadt Köln auf Auswüchse hinzuweisen, die diesem Gremium weder bekannt noch recht sein könnten. Unsere interne Recherche ergab, dass alle Veranstaltungen rund um den Christopher Street Day der Stadt bekannt und ordnungsgemäß genehmigt waren. Das wurde vom Vorstand des Katholikenausschusses dem Schreiber mitgeteilt – aber es gab Folgen:
Unsere Nachfragen waren von der zuständigen Stelle der Stadt, in diesem Fall der Köln Arena, an die Vertretung der schwul lesbischen Menschen in Köln weitergeleitet worden, und es entstanden Gespräche über Sprachlosigkeit zwischen katholischer Kirche und Homosexuellen, über Werte, die uns tragen und halten, über Religion, über berechtigte und zu unterstützende politische Anliegen der „Community“, über Ausgrenzung und Diskriminierung. Es entwickelte sich ein regelmäßiger Gedankenaustausch mit der Gründung eines Arbeitskreises.

 

"auf-suchen be-gegnen be-wegen"

Zu einem besonderen Stadtgang hatte der KA eingeladen am Abend vor dem diesjährigen Welt-Aids-Tag. Schon zum vierten Mal findet dieses Treffen an jeweils anderen Orten in Köln statt – in Kooperation des KA mit Aidshilfe und KluST (Kölner Lesben- und Schwulentag). KA-Vorsitzende Hannelore Bartscherer in ihrer Ansprache dazu.

Stationen des diesjährigen Ganges:
Das Jugendzentrum „anyway“ in Friesenplatznähe, gegründet 1998 und eröffnet von der damaligen Ministerin Birgit Fischer. Es wendet sich besonders an lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren, steht aber auch allen anderen Jugendlichen offen – zur Beratung und als Treffpunkt.

Der Waidmarkt als ehemaliger Standort des Polizeipräsidiums Köln – dort erläuterte Michael Schumacher (Geschäftsführer der Aidshilfe) Inhalte und Bedeutung des früheren §175, auch „Schwulenparagraf“ genannt.  Bis zu seiner Abschaffung 1994 gab es in der BRD mehr als 100.000 Verfahren gegen schwule Männer. Auch dann, wenn das Verfahren nicht in einer Verurteilung endete, hatte es in aller Regel den beruflichen Niedergang der Betroffenen zur Folge.

Im Anschluss an den Stadtgang gab es im Pfarrheim von St. Georg für die mehr als 30 Teilnehmenden bei einem kleinen Imbiss und Getränken Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Austausch.

Fakten und Informationen zum Arbeitskreis KLuST im KA

Als Leitfaden für den Arbeitskreis KLuST wurden fünf Positionen formuliert:
1.    Es gilt unsere Überzeugung, dass alle Menschen vor Gott gleich sind, dies ist ausschließlicher Maßstab unseres Handelns.
2.    Es gibt in den katholischen Bezügen – in allen Altersgruppen – Menschen, die sexuell gleichgeschlechtlich ausgerichtet sind und sich damit isoliert und ausgegrenzt fühlen. Sie sind einsam, ziehen sich zurück und/oder hadern mit unserer Kirche.
3.    Es gibt in der Community Menschen, die eine weitreichende Geschichte mit der Kirche haben, die sich viele Verletzungen und Ausgrenzungen zugezogen und enttäuscht abgewandt haben.
4.    Es gibt Menschen – gerade in der Community - die am Ende ihres Lebens den Kontakt mit der Kirche suchen, um sich zu versöhnen und um Frieden mit ihrem Glauben und ihrer Geschichte zu finden.
5.    Es gibt katholische Jugendliche, die in der Zeit ihrer Entwicklung um ihre sexuelle Identität ringen und Ansprechpersonen auf "beiden Seiten" benötigen, um sich entwickeln zu können. Wir belgeiten sie.

In diesem Kontext war die Aidshilfe von Anfang an eingeschlossen. Seit Jahren ist die Vorsitzende des Katholikenausschusses Botschafterin für den Run of Colours, dem Benefizlauf der Kölner Aidshilfe. Zum ersten Mal wird im Jahr 2015 eine Gruppe von acht Läuferinnen und Läufern im Auftrag des Katholikenausschusses am Benefizlauf für die Aidshilfe teilnehmen, der einmal jährlich im Rheinauhafen stattfindet. Dies nimmt eine Kirchengemeinde zum Anlass, auch in den eigenen Reihen für die Unterstützung der Aidshilfe zu werben, evtl. eine Läufergruppe ins Rennen zu schicken und so ehrenamtliche und professionelle Hilfe für kranke Menschen weiter zu ermöglichen. 

 

In den Jahren der Zusammenarbeit des Katholikenausschusses mit Aidshilfe und KLuST haben wir gemeinschaftlich festgestellt:
Es gibt eine große Sprachlosigkeit auf „beiden Seiten“.
Es gibt auf „beiden Seiten“ gleichermaßen ein Ringen um Werte und sinnvolles Leben.
Es gibt auf „beiden Seiten“ eine große Unkenntnis über Möglichkeiten und Angebote.
Es gibt auf „beiden Seiten“ viel mehr gemeinsames Ringen um Werte, als allgemein bekannt ist.
Es gibt auf „beiden Seiten“ ein Nicht-Wissen über die Gemeinsamkeiten.

Der AK KLuST im Katholikenausschuss in der Stadt Köln möchte mit Gesprächen, Veranstaltungen und Begegnungen seinen Teil beitragen zum gelingenden Miteinander im Auftrag unseres Glaubens, dass alle Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen sind, gleichgültig welcher Ethnie, Religion oder sexueller Orientierung sie angehören.